Kategorie-Archiv: Dies und das

Verwirrung in vollen Zügen

Des öfteren fahre ich von Darmstadt über Frankfurt nach Alzenau zu meiner Freundin. Dabei muss ich erst ab Großkrotzenburg eine Fahrkarte ziehen, vorher gilt mein Studentenausweis als RMV-Semesterticket. Am 30. Dezember habe ich nun erst in Kahl – das ist die nächste Station nach Großkrotzenburg, direkt vor Alzenau – eine Fahrkarte gezogen. Fahrpreis: 2,55 Euro. Am 01. Januar auf dem Rückweg hat die Fahrkarte von Alzenau über Kahl nach Großkrotzenburg nur noch 2,20 Euro gekostet. Ein Mysterium. Weiterlesen

Willkommen in der neuen WG!

Nach dem Umzug am 21. Dezember, einer Tischbein-Transport-Aktion mit Hilfe meiner Reisetasche und dem RMV – dieser machte mir dank Samstagsfahrplan an einem Freitag einen netten Strich durch die Rechnung, da so die S-Bahnen nur halbstündlich fuhren… – noch vor Silvester bin ich jetzt richtig in meiner neuen WG angekommen. Und schon habe ich gemerkt, dass man besser nicht ohne großes Handtuch zum Duschen gehen sollte. Zum Glück hing noch mein kleines an der Stange…

Und warum es heute die Sicherung rausgehauen hat, als ich meinen PC einschalten wollte, klären wir wann anners, genauso wie die mysteriöse Frage, ob die Spülmaschine nun an demselben Stromkreis hängt oder nicht.

Wenn das Telefon zweimal klingelt

Wer kennt sie nicht, die Plage der Callcenter-Anrufe. Andauernd hat man, ohne es vorab zu ahnen, eine Geier am Telefon, dessen einzige Beute unser Geld ist. Günter Wallraff, der schon seit Jahrzehnten für seine Reportagen bekannt ist – eine Biographie verweist hier nicht nur auf sein wohl bekanntestes Buch „Ganz unten“, für das er zwei Jahre lang in die Rolle eines türkischen Gastarbeiters schlüpfte und sich so das wohl beste Bild von der Situation eines Gastarbeiters machen konnte, das ein Deutscher sich nur machen kann, sondern nennt unter anderem auch seine „Mitarbeit“ bei der Bild-Zeitung -, hat im Mai für die „Zeit“ eine Reportage über Callcenter und ihre Praktiken geschrieben, die nun auch in bewegten Bildern im ZDF zu sehen war. In der ZDF-Mediathek ist der Beitrag ebenfalls verfügbar. Da werden echte Lücken des Rechtssystems deutlich, denn besser als auf diese Weise – unscheinbar und vermeintlich rechtlich nicht so bindend für den Kunden, auf der anderen Seite bombastisch vollgestopft mit Lügen von Seiten der Callcenter, denen man aber nur schwer etwas nachweisen kann (wer schneidet seine Gespräche schon mit? Und landet der Hörer am Ende des Gesprächs wieder auf der Gabel, ist der ach so freundliche Agent mit den Kontodaten entfleucht, ohne auch nur eine Rückrufnummer auf dem Telefondisplay zu hinterlassen) – kann man auf dem heutigen Stand der Fantasie solcher Gauner nicht sein Geld verdienen. Und welches Ausmaß diese Betrügereien letztendlich haben, wird auch nie geklärt werden. Hauptopfer werden die alten Leute sein, die sich noch an die Werte ihrer Zeit erinnern und nicht von vornherein das Böse im Menschen sehen. Somit kaufen sie schneller Dinge, die total überteuert sind – Wallraff spricht im Beitrag mit einer Frau, deren Vater per Kaltanruf eine Alarmanlage für 2699 Euro gekauft hat, die auf normalem Weg kaum 300 Euro gekostet hätte. Weiterhin ominös in diesem Fall: Die Zahlung per Nachnahme. Denn so ist das Geld noch schneller noch weiter weg vom Kunden -, und das meist ohne die rechtlichen Wege des Rückgaberechtes zu nutzen.

Danke, Herr Wallraff, für diesen Beitrag. Zur Bildung der Allgemeinheit sollte er ausreichen, aber diejenigen, die sich wirklich daran bilden sollten, werden wohl ewig so weitermachen wie bisher…

Vergewaltigung führt zu Strafe – für das Opfer

Manchmal ist es echt unglaublich, was man im weltweiten Netz so findet. Spiegel Online, bislang schon immer gut bekannt für einwandfreie Berichterstattungen, berichtet von einem interessanten Gerichtsverfahren in Saudi-Arabien. Im März letzten Jahres habe eine damals 18 Jahre alte Frau mit einem ehemaligen Schulfreund im Auto gesessen, als noch zwei weitere (männliche) Freunde des Schulfreunds zustiegen. Zu viert ging es in ein abgelegenes Gebiet, wo drei Fremde die Frau und ihren Schulfreund vergewaltigten. Dass diese Täter bestraft werden, sieht sogar das saudi-arabische Rechtssystem vor. Aber auch die Frau kommt nicht ungeschoren davon: Sie stieg zu einem Mann ins Auto, mit dem sie nicht verheiratet ist – das gehört schon mal bestraft. Schließlich war sie, laut den Vergewaltigern, auch unzüchtig angezogen.

Es kommt noch besser: Ihr Anwalt, der gegen diese Strafe Berufung einlegte, wurde vom Verfahren ausgeschlossen, im gleichen Zug wurde die Strafe auf 200 Peitschenhiebe erhöht. Genial: Dass Vergewaltiger auch noch für eine Bestrafung des Opfers sorgen können, halte ich schon für verrückt genug. Aber dann noch die Nutzung eines Grundprinzips jeglicher Rechtsprechung unter erneute Strafe zu stellen, grenzt an größte Absurdität.

Aber dieser Tage gibt es weltweit ja eh nur verwunderliche Beispiele für Rechtsprechungen: Einerseits wird eine Lehrerin verleumdet, sie missbrauche den Name Mohammeds – es drohen Peitschenhiebe und eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten, weil sie einen Teddy Mohammed nannte, so wie es die Mehrheit ihrer Grundschüler an einer englischen Privatschule in Khartum, Hauptstadt des Sudan, forderte -, in der Türkei liegt nach Monaten im Gefängnis endlich eine Zeugenaussage gegen den Inhaftierten vor, und in Großbritannien steht Privatsphäre durch Verschlüsslung unter Haftstrafe – wer dort in einem Strafverfahren das Passwort der verschlüsselten Festplatte seines beschlagnahmten Computers nicht nennen will, riskiert fünf Jahre hinter Gittern.

Und die (vermeintlich) freien Medien machen mit. So kam kurz nach dem Veröffentlichen dieses Beitrags die Meldung rein, dass YouTube den Zugang eines kritischen Bloggers gesperrt hat. Dieser hatte über mangelnde Menschenrechte in seinem Heimatland Ägypten berichtet.

Bald ist es soweit, dann wird sogar das Denken bestraft, wenns nicht der Meinung anderer entspricht…

Nachtrag von 16:45: Spiegel online berichtet nun, ein siebenjähriger Schüler aus der Klasse der angeklagten Lehrerin habe Partei für sie ergriffen, laut Seitentitel gar „die Schuld auf sich genommen“. Der Schüler heiße selbst Mohammed und habe so auch dem Bären den Namen geben wollen. Hoffen wir, dass die dortigen Behörden und Ankläger nicht auf schlechte Ideen kommen. Die Schule bleibe aus Angst vor fanatischen Angriffen bis Ende Januar geschlossen.

Zum Glück sind wir nicht mehr in der fünften Klasse

Wie unsere Tageszeitung heute berichtet , haben sich zum Vorlesetag am letzten Freitag auch ehemalige CWS-Lehrer eingefunden. Unter denen ist einer, den ich schon immer sehr mochte – Herr Brauer, ein toller Kunstlehrer, der immer gute Laune mit in den Klassenraum brachte und bei dem die Noten immer schöner waren als die von mir gemalten Bildchen (hey, fünfte Klasse, da wird noch nicht viel mehr gemacht als „Male ein historisches Autorennen durch die Usinger Altstadt mit Fineliner“) -, aber auch eine Lehrerin, die ich, je länger ich sie hatte, umso weniger mochte. Danke, Frau Dressler, für ein tolles Jahr mit übertriebenen Mobbingvorwürfen und wunderbarem Englischunterricht.

Die Bahn streikt…

An sich hätte alles klappen können mit der Fahrt Richtung Aschaffenburg am Freitag – wäre da nicht der Bahnstreik gewesen. Ich hatte extra noch mit Sven telefoniert, bei dem ich übernachtet habe, um alles abzuklären, und er hat mich auch ab Stockstadt mitgenommen (übrigens fahre ich da schon richtig, wenn ich nach Stockstadt (Main) Richtung Aschaffenburg fahre, es gibt nicht nur das Stockstadt am Rhein, liebe HEAG!). Aber wie kommt man nach Stockstadt? Weiterlesen