Keine Gewährleistung auf Apple-Produkte?

Vor wenigen Wochen habe ich einem Freund sein altes iPhone abgekauft, nachdem er sich das brandneue aus Italien hat liefern lassen. Nun ist das Original-Headset defekt: aus dem einen Ohrhörer kommt kein Ton mehr. Also bin ich in den Telekom-Shop gegangen, in dem er im letzten Herbst das Headset gekauft hat. Aber zur Reparatur konnte ich es nicht dort lassen: Da ich kein T-Mobile-Kunde bin, könne er kein Ticket aufnehmen, erklärte mir der Verkäufer. Interessant. Ich solle es zu Apple schicken – auf meine Kosten natürlich. Mehr als ein Schulterzucken bekam ich nicht von ihm.

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PC Welt schreibt Mist – und alle veröffentlichen ihn

Beliebt sind diese Fremdartikel: Ein Dienst schreibt, der andere übernimmt. Stefan Niggemeier und das Bildblog haben dazu einige Beispiele veröffentlicht. Und so interessiert, wie ich an technischen Themen und vor allem Tuning-Tipps für mein ach so langsames Vista bin, habe ich den Bericht „Windows entrümpeln in zehn Schritten“ (beigetragen von der PC-WELT, auch veröffentlicht bei web.de im gemeinsamen Redaktionssystem) angeklickt. Hui, tolle Sache. Ich lese so Tipps wie „Programme deinstallieren, die man nicht braucht“ (gescheite Software nistet sich nicht tief ins System ein, und Parasiten, die wirklich das System bremsen, lassen sich nur schwer deinstallieren), oder im Abschnitt zur Boot-Entrümplung (man möge bitte über irgendeine Software alle Autostarts entfernen, die man nicht kennt):

Profi-Tipp: Wenn Sie Windows in Ihrer Abwesenheit booten lassen, ist es sofort einsatzbereit.

Süscha? Dann werd ich jetzt öfter so tun, als säße ich noch nicht am Computer, und dann ist er schneller hochgefahren? Super. Probier ich gleich mal aus.

Die weiteren Tipps wie wahlloses Löschen von Dateien und Ordnern im Programme-Ordner, manuelles Leeren der temporären Ordner oder Aufräumen der Kontextmenü-Erweiterungen über das Entfernen von Dateityp-Erweiterungen lasse ich mal unkommentiert. Auf jeden Fall danke für den tollen Beitrag.

Jesus junge Garde

Ein Bericht der ARD zeigt eine mir noch recht neue christliche Bewegung – unter dem Titel „Jesus junge Garde“ wird The Call vorgestellt. Jugendliche werden in stark spirituellen Workshops zu Missionaren ausgebildet. Sie ziehen durch Deutschland, predigen auf der Straße und reißen wiederum andere Jugendliche mit. Im Bericht besonders hervorgehoben, weil sehr anschaulich, sind ihre Positionen zu Abtreibung, Homosexualität oder vorehelichem Sex.

Interessant sind die Reaktionen von unerwartet Angesprochenen. Im Sinne von „Naja, wenns klappt?“ geben sie ihre Adressen raus. Sie hören zu, lassen sich segnen und für sich beten. Aber wissen sie, worauf sie sich einlassen?

Und was steckt dahinter? Bei den amerikanischen Anbetungen wird zum Schluss die amerikanische Flagge angebetet. In den USA wurde The Call mittlerweile durch The Cause abgelöst, eine noch stärker politisch ausgerichtete Gruppe, die sich (laut Wikipedia) seit 2004 gegen die gleichgeschlechtliche Ehe einsetzt.

Aus eigener Erfahrung kommt mir zumindest die Grundausrichtung der evangelikalen Bewegung bekannt vor. Die Gebetsformen sieht man heute im Fernsehen, und die musikalischen Elemente sind mir als Gospelmusiker auch nicht fremd. Doch so sehr man sich über eine Rückkehr der Jugend zu Gott freuen könnte – so tut es fast schon weh. Dass sie davon erzählen wollen, ja, gar müssen (wie heißt es doch: Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund), kann ich gut verstehen und aus eigener Erfahrung bestätigen. Doch was sollte die Aufgabe eines Predigers sein? Jesus hat es an sich gut vorgemacht: Nicht direkt den Leuten alles vorgeben, ihnen alles versprechen – sondern in Zurückhaltung und Demut leben. Das Wort Prediger kommt vom lateinischen praedicare, was soviel wie „öffentlich aussagen“ heißt. Ich verstehe dies als Aufforderung, von Gott zu erzählen – aber nicht als Aufforderung, anderen etwas aufzudrücken.

In meiner Arbeit als Gospelchorleiter mache ich meinen Sängern immer klar, dass wir eine Botschaft zu überbringen haben. Dass wir dies fröhlich und glaubwürdig machen müssen. Umgekehrt muss aber jedem, der uns zuhört, die Möglichkeit der freien Interpretation bleiben. Wenn er – was ich durchaus nachvollziehen kann – mit Gott nichts zu tun haben will, kann ihn auch keiner dazu zwingen, erst recht nicht durch allzu mitreißende Reden. Wenn er sich aber auf Gott einlässt, nehmen wir ihn mit Freude mit und zeigen ihm, wie wir die Umsetzung von Jesu Leben heute verstehen: In einer Gemeinschaft von rund zwanzig Leuten, die sich einmal die Woche zur Chorprobe treffen, hinterher gemütlich beim Italiener einkehren und einander in Ängsten und persönlichen Nöten helfen.

Was ich im Gegensatz dazu im vorliegenden Film bei The Call erkennen konnte, ist reines Missionarstum. Zwar stehen in mitreißenden Events auch gemeinschaftliche Erlebnisse im Vordergrund, ganz primär sehe ich aber einzelne Missionare, die auf der Straße andere Jugendliche zu bekehren versuchen, um auch sie zu Missionaren zu machen.

Videos:

Galileo: 100 Sekunden Kinokiller

Unglaublich, Galileo hats mal wieder geschafft. In der Rubrik „100 Sekunden“, die jeweils zu Beginn der Sendung kurz über ein Thema berichtet, gings heute um Filmkopien im Internet. Als Beispiel unter dem Stichwort Livestreaming wurde ein Portal gezeigt, das aktuelle Filme als Stream anbietet. Wieso das aber Livestreaming ist, wurde nicht erklärt – wird der Film im selben Moment irgendwo abgefilmt? Und warum behauptet Galileo, dass bei dem Vorgang zum Glück keine Daten auf dem eigenen PC gespeichert werden? Gäbe es keinen Funken Caching, wäre man den gesamten Film über mit dem Risiko des plötzlichen Internetausfalls ausgesetzt.

Der Brüller für mich kam jedoch am Schluss: Streaming ist ja gut und erlaubt, wird propagiert – und deshalb zeigten die Redakteure einen Schwenk über die Kopfgrafik eines Bittorent-Portals, bei dem bekanntermaßen ja alle Daten zunächst runter- und im Normalfall gleichzeitig auch wieder zu anderen Nutzern hochgeladen werden.

Wunderbar – mal wieder vielen Dank für diese redaktionelle Meisterleistung, liebes Galileo-Team!

Aufs Maul – heute günstig wie nie!

Der Überschrift entnimmt man schon, ich bin verdammt schlecht gelaunt. Fing schon heute morgen an: Ich starte den Laptop und zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Wochen meldet sich die Systemwiederherstellung nach einem minimal sichtbaren Bluescreen während des Bootens. Also, wie schon die letzten beiden Male (zum Beispiel Dienstag morgen!), wiederhergestellt, Neustart, klappt.

Dann kommt Post von der Entega. Endabrechnung. Knapp 570 Euro wollen die noch von unserem Haushalt mit drei Studenten haben – für den Berechnungszeitraum 01. 01. 2009 – 31. 01. 2009. Morgen mal anrufen und fragen, ob die eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben.

Und die Uni schreibt. Auf meine Anfrage, wo der neue Studentenausweis bleibt (habe schon Mitte Januar das Geld überwiesen und üblicherweise dauerts dann kaum zwei Wochen), schreibt die nette Dame, der Brief sei unzustellbar zurückgekommen. Komisch, das passierte mit dem Focus-Abo im Dezember auch schon, und der Focus teilte mir das per Post an dieselbe Adresse mit – den Brief habe ich erhalten und auch sonst steht der Name dick am Postkasten. Es kommt auch genug für mich an. Will nicht wissen, wieviel es eigentlich wäre, wenn nichts zurückgeschickt werden würde…

Morgen stell ich mich in die Fußgängerzone. Passender Slogan: „Aufs Maul – heute günstig wie nie! Ein Schlag fünf Euro, drei Schläge zehn Euro!“ Dann kann auch noch der Rest der Welt lustig losprügeln und ratzfatz bin ich Millionär. Dann wandere ich aus und leb irgendwo im Wald glücklich und in Ruhe vor dem ganzen Scheiß!

„Ein Zwanziger gegen Zwanziger“

Was mit Jens Weinreich passiert, finde ich schon lange sehr eigenartig. Ein großer Sportverband prügelt, ungeachtet einiger Gerichtsbeschlüsse, auf dem Journalisten herum. Nun bittet Weinreich um finanzielle Unterstützung, um nicht klein beigeben zu müssen. Mit dem Slogan „Ein Zwanziger für Zwanziger“ ist recht einfach erklärt, wie man ihm helfen kann. Ich habs gerade getan und auch andere sollten es tun – um nicht komplett das Vertrauen in den Rechtsstaat zu verlieren.